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CE & Vorschriften

Einordnung der europäischen Feuerwiderstandsklassifizierungen in deutsches Baurecht

In der AbZ werden Abschottungen in die Feuerwiderstandsklassen S 30 (feuerhemmend), S 60 (hochfeuerhemmend), S 90 (feuerbeständig) und S 120 eingestuft.

Im europäischen Klassifizierungssystem wird eine andere Nomenklatur verwendet. Ein Abschottungssystem, das eine Feuerwiderstandsklasse von 90 Minuten in einer Brand Prüfung nachgewiesen hat, wird mit „EI 90“ klassifiziert. Dabei steht das „E“ für die Fähigkeit eines Bauteils zur Aufrechterhaltung des Raumabschlusses und das „I“ für das Wärmedämmvermögen eines Bauteils. Die europäische Klassifizierung erlaubt es, Bauprodukte auch nur mit „E“ als raumabschlieβendes Bauteil zu bewerten. In Deutschland ist dies in der Anwendung als Abschottung jedoch ausgeschlossen, die Kombination „EI“ ist stets erforderlich.

Die Einordnung der europäischen Klassifizierungen in das deutsche Baurecht wird durch die Tabelle 2 in der Bauregelliste A Teil 1 ermöglicht. In ihr werden die Klassifizierungen EI 30 (feuerhemmend), EI 60 (hochfeuerhemmend), EI 90 (feuerbeständig) und EI 120 (Feuerwiderstandfähigkeit 120 Minuten) den bauaufsichtlichen Anforderungen zugeordnet. Somit ist es möglich, ein als EI 90 klassifiziertes Abschottungssystem alternativ zu einer S 90 klassifizierten Abschottung in ein F 90-Bauteil einzubauen, da beide Bauprodukte bauaufsichtlich als feuerbeständig definiert sind.

Schulungspflicht

Kombiabschottungen nach einer AbZ dürfen nur von Unternehmen erstellt werden, deren Personal vom Hersteller des Abschottungssystems entsprechend den Vorgaben der Zulassung geschult wurde. Die Vorgabe ist in einer ETA nicht zu finden. Zwar wird dem Hersteller, wie auch in einer AbZ, auferlegt, eine Einbauanleitung zu erstellen und diese dem Anwender zur Verfügung zu stellen, eine Schulung ist jedoch europäisch nicht per Verpflichtung vorgesehen. Trotzdem ändert sich für den Hersteller und Anwender in Deutschland nichts, da Teil II der Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB) die Schulungspflicht für Kombiabschottungen grundsätzlich vorschreibt (Anlage 1/7 LTB Teil II).

Kennzeichnung und Dokumentation durch Montageunternehmen

Analog verhält es sich mit der Pflicht zur Kennzeichnung von Abschottungen und der Erstellung einer Übereinstimmungsbestätigung durch den Verarbeiter. Abschottungen nach einer AbZ müssen mit einer dauerhaften Kennzeichnung versehen werden. Zusätzlich muss das verarbeitende Unternehmen eine Übereinstimmungsbestätigung für jede montierte Abschottung ausstellen, mit der es bescheinigt, dass die erstellte Abschottung den Anforderungen der Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung entspricht. Neuerdings ist dem Auftraggeber ergänzend ein schriftlicher Hinweis zu geben, dass die Abschottung stets in ordnungsgemäßem Zustand zu halten ist und nachträgliche Belegungsänderungen dem bestimmungsgemäßem Zustand entsprechen müssen.

Diese klassisch im deutschen Baurecht angesiedelten Dokumentationspflichten können anderen europäischen Mitgliedsländern natürlich nicht aufgezwungen werden, sodass die ETA keine diesbezüglichen Vorgaben enthält. Für Deutschland greift jedoch auch hier die LTB Teil II, die wiederum die allgemein bekannten Bestimmungen einer AbZ aufnimmt und für das verarbeitende Unternehmen zur Pflicht erklärt.

Information und Beratung steigern Akzeptanz

Alle baurechtlichen Voraussetzungen zur Verwendung von Abschottungs- und auch Fugenabdichtungssystemen, die als Verwendbarkeitsnachweis eine ETA haben, sind in Deutschland gegeben. Auch wenn es einige Besonderheiten gibt wie z. B. europäische Feuerwiderstandsklassifizierungen, eine andere Kennzeichnung der Bauprodukte (CE-Zeichen + U-Zeichen) und europäische Zulassungsstellen neben dem DIBt, bleibt grundsätzlich alles beim Alten. Die Bestimmungen des Verwendbarkeitsnachweis ETA und die zusätzlichen Vorgaben des deutschen Baurechts zur Schulung und Kennzeichnungspflicht sind einzuhalten.

Die reine Produkt- und Systemprüfung nach den europäischen Prüfnormen stellt jedoch erst die halbe Strecke auf dem Weg zu einer europaweiten Harmonisierung dar. Die Akzeptanz einheitlicher Standards wird in dem Masse wachsen, in dem es gelingt, vor allem die Planer und Fachhandwerker durch Aufklarungsarbeit von den Vorteilen der nach diesen Kriterien geprüften und klassifizierten Produkte zu überzeugen.

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